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Unser Beitrag zu guten Räumen

Wir reden viel über KI. Der eigentliche Auftrag aber ist, gute Räume für Menschen zu bauen. Was das für uns bedeutet und wie es alles prägt, was wir bei GSI Labs tun.

Geschrieben von
Sascha Avermiddig
Kategorie
Artikel
Lesezeit
4 Min.
Thema
Auftrag // Standpunkt
Architekturstudien eines Wohnblocks, von den Balkonen bis zur Straße davor

Führen wir gerade das falsche Gespräch?

Wohin man auch sieht, alle sprechen über KI (wir eingeschlossen). Was sie kann. Was sie ersetzen wird. Wie sie alles verändert. Wir laufen Gefahr, das Werkzeug für den Auftrag zu halten. Wir verlieren die vielleicht einzige wichtige Frage aus dem Blick: was wollen wir eigentlich bauen?

Für mich ist die Antwort einfach: gute Räume für Menschen.

Das heißt dreierlei

Wir dürfen nicht vergessen, für wen wir bauen. Es ist leicht, sich in Terminplänen und technischen Details zu verlieren. Am Ende jedes Projekts geht aber ein echter Mensch durch diese Tür. Er wohnt dort, arbeitet dort, wird dort gesund, lernt dort. Gute Räume sind die, in denen diese Menschen das spüren. Wo das Licht stimmt, die Luft gut ist und der Grundriss Sinn ergibt. Das ist der Maßstab, an dem wir uns messen. Jedes Werkzeug, das wir bauen, jeder Ablauf, den wir automatisieren, jede Stunde, die wir im Prozess sparen, ist dafür da, dass mehr Aufmerksamkeit den Menschen zufließt, die den fertigen Raum nutzen werden.

Wir müssen mit Ressourcen klug umgehen. Jeder Kubikmeter Beton und jede Tonne Stahl hat einen Preis. Nicht nur einen finanziellen, sondern auch einen ökologischen. Allein unsere Arbeit an der Gründungsoptimierung spart im Schnitt 40 Tonnen CO2 pro Projekt, indem sie den Materialeinsatz senkt, ohne die Sicherheit anzutasten. Ressourceneffizienz heißt aber nicht nur, weniger zu verbrauchen. Sie heißt auch, besser zu wählen. Regionale Materialien, einfachere Bauweisen, Entwürfe, die mit ihrer Umgebung arbeiten statt gegen sie. Gute Räume nehmen sich nicht mehr, als nötig ist.

Die Menschen, die bauen, verdienen bessere Werkzeuge. Menschen am Bau arbeiten unter körperlichem und geistigem Druck. Enge Termine, wiederkehrende Handarbeit, ständiges Problemlösen unter Zeitnot. Das ist die Wirklichkeit der Branche heute, und es muss nicht so bleiben. Deshalb bauen wir Werkzeuge, die ihnen wiederkehrende Arbeit abnehmen. BIM-Plugins, die automatisieren, was früher Tage gekostet hat. Frühwarnsysteme, die Risiken melden, bevor sie zur Krise werden. Optimierung der Pfahlbemessung, die unnötige Überdimensionierung beseitigt. Jede Lösung, die wir bauen, ist darauf angelegt, Menschen ihre Zeit zurückzugeben und den Druck zu senken, unter dem sie arbeiten.

Menschen, die unser Denken geprägt haben

Unter den vielen Architekten und Denkern, die unsere Sicht geformt haben, möchte ich drei nennen. Alvar Aalto hat Gebäude wie das Sanatorium Paimio entworfen, in dem jedes Detail, vom Neigungswinkel der Decke bis zur Form der Türklinken, um das Erleben des Patienten herum gedacht war. Von ihm übernehmen wir die Überzeugung, dass Gebäude auf den menschlichen Körper antworten sollten und nicht umgekehrt. Hassan Fathy hat Jahrzehnte lang mit Lehm und lokalen Handwerkern im ländlichen Ägypten gebaut und damit gezeigt, dass die nachhaltigste und kulturell passendste Lösung oft die einfachste ist. Von ihm übernehmen wir den Respekt vor regionalen Materialien und das Verständnis, dass gute Architektur keine importierte Komplexität braucht. Jan Gehl hat öffentliche Räume in Kopenhagen und weit darüber hinaus verändert, indem er untersucht hat, wie sich Menschen durch Straßen, Plätze und Quartiere bewegen. Von ihm übernehmen wir die Disziplin des Beobachtens und den Grundsatz, dass guter Entwurf damit beginnt, zu sehen, wie sich Menschen wirklich verhalten, und nicht, wie wir es annehmen.

KI und Robotik: Mittel zum Zweck

Zurück zum Gespräch über Technologie. Im Moment sind KI und Robotik Schlagworte. Sie beherrschen jede Konferenz und jeden LinkedIn-Beitrag. In einiger Zeit wird KI so normal sein wie Strom und das Internet. Sie wird einfach die Art sein, wie Dinge gemacht werden.

Wir stecken gerade in der Übergangszeit. Und Übergänge sind der schwierige Teil. Zu wissen, welche Technologie wirklich zu den eigenen Abläufen passt. Herauszufinden, wo man anfängt. Die teuren Fehler zu vermeiden. Genau dort kommen wir ins Spiel. Wir bauen Automatisierungs-Plugins für Planungsbüros. Wir optimieren Pfahlgründungen für Geotechniker. Wir erstellen Produktkonfiguratoren für Hersteller und Werkzeuge zur Kostenschätzung für Projektentwickler.

Das sind funktionierende Systeme, die unsere Kunden heute im Produktivbetrieb nutzen. Das Ziel war aber nie, KI um ihrer selbst willen einzusetzen. Das Ziel ist, ihnen zu helfen, gute Räume zu bauen. Technologie verdient sich ihren Platz, indem sie dem Auftrag dient.

Was als Nächstes kommt

In künftigen Beiträgen werde ich mehr über unsere Projekte, unsere Methoden und die Erkenntnisse unterwegs erzählen. Es wird um konkrete Technologien gehen, um konkrete Herausforderungen bei Kunden und um die Ergebnisse, die wir in der Bauwirtschaft sehen.

Danke fürs Lesen und willkommen bei GSI Labs.